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Breisach am Rhein
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Breisach am Rhein (alemannisch Brisach am Rhin, franzĂśsisch Vieux-Brisach, lateinisch Brisacum oder Bresacum) ist eine Stadt am Oberrhein an der deutsch-franzĂśsischen Grenze auf halbem Weg zwischen Colmar und Freiburg im Breisgau (jeweils ca. 20 Kilometer) und jeweils etwa 60 Kilometer nĂśrdlich von Basel und sĂźdlich von StraĂburg. Sie liegt nahe am Kaiserstuhl. Eine RheinbrĂźcke fĂźr den StraĂenverkehr fĂźhrt nach Vogelgrun und Volgelsheim auf franzĂśsischer Seite.
Im Spätmittelalter war Breisach eine zunächst selbstständige und später an Ăsterreich verpfändete Reichsstadt im Heiligen RĂśmischen Reich, was sich im Stadtwappen widerspiegelt. In der FrĂźhen Neuzeit wurde Breisach zu einer Reichsfestung ausgebaut.
Contents
⢠Geographie
⢠Klima
⢠Stadtgliederung
⢠Etymologie
⢠Geschichte
⢠Ludwig XIV.
⢠20. Jahrhundert
⢠Eingemeindungen
⢠Politik
⢠Gemeinderat
⢠Bßrgermeister
⢠Theater
⢠Museen
⢠Galerien
⢠Bauwerke
⢠Bildung
⢠Verkehr
⢠Medien
⢠Tourismus
⢠Telefonvorwahlen
⢠Ehrenbßrger
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Anmerkungen
⢠Einzelnachweise
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Geographie
Klima
Der Jahresniederschlag beträgt 774 Millimeter und liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. 28 Prozent zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der März; am meisten regnet es im Mai. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In ßber 84 Prozent aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.
Stadtgliederung
Die Stadt Breisach am Rhein besteht aus den Stadtteilen Breisach, Gßndlingen, Niederrimsingen und Oberrimsingen. Die Stadtteile sind räumlich voneinander getrennt und identisch mit den bis in die 1970er Jahre selbständigen Gemeinden gleichen Namens. Sie bilden jeweils einen Wohnbezirk im Sinne der baden-wßrttembergischen Gemeindeordnung. In den Stadtteilen Gßndlingen, Niederrimsingen und Oberrimsingen sind je eine Ortschaft mit Ortschaftsrat und Ortsvorsteher eingerichtet.cite-ref-2[2]
Zum Stadtteil Breisach gehĂśren die Stadt Breisach am Rhein, das Dorf Hochstetten sowie verschiedene EinzelhĂśfe und Wohnplätze. SĂźdlich der Breisacher Altstadt erhebt sich der Eckartsberg, auf dem einst eine Burg stand. 1851 wurde hier ein Obelisk errichtet in Erinnerung an den Ăbergang Breisachs und des Breisgaus an das GroĂherzogtum Baden im Jahr 1806. An die Breisacher Europa-Abstimmung vom 9. Juli 1950 erinnert eine Europafahne.
Zum Stadtteil GĂźndlingen gehĂśren das Dorf GĂźndlingen und die Siedlung. Zum Stadtteil Niederrimsingen gehĂśren das Dorf Niederrimsingen und der Wohnplatz Ziegelei. Zum Stadtteil Oberrimsingen gehĂśren die DĂśrfer Oberrimsingen und Grezhausen und der Weiler Rothaus. In der Gemarkung Breisachs liegt die abgegangene Burg Ăsenberg, in der Gemarkung GĂźndlingens liegen die abgegangenen Ortschaften Alzenach und Egelfingen, des Weiteren liegen in der Gemarkung Oberrimsingens die abgegangenen Ortschaften Achheim, Bonhoven (eventuell mit Boningen identisch) Geitenheim, GrĂźningen (nicht mit Sicherheit in Oberrimsingen) und Leidenhofen.cite-ref-3[3]
Etymologie
Der Name Breisach wurde mit dem ein Besitzverhältnis ausdrĂźckenden Suffix -Äko vom keltischen Personennamen *BrĂŽsios abgeleitet und bedeutet damit âLandgut des BrĂŽsiosâ.cite-ref-4[4] Die Zwielautung zu Breisach ist der frĂźhneuhochdeutschen Diphthongierung geschuldet. Im alemannischen Dialekt heiĂt die Stadt mit erhaltenem Monophthong Brisach. Auf FranzĂśsisch heiĂt die Stadt Vieux-Brisach (Alt Breisach), um sie von Neuf-Brisach (Neu Breisach) zu unterscheiden, eine Stadt, die Vauban auf GeheiĂ Ludwig XIV. von 1699 bis 1703 auf der franzĂśsischen Seite als Ersatz fĂźr das im Frieden von Rijswijk verlorene Breisach errichten lieĂ.
Geschichte
Der Berg, auf dem Breisach liegt, lag bis zur Rheinbegradigung von Johann Gottfried Tulla bei Hochwasser teilweise im Rhein. In der Antike war er Sitz eines KeltenfĂźrsten.
Die RĂśmer unterhielten vom 4. Jahrhundert bis ungefähr in das frĂźhe 5. Jahrhundert nach Christus auf dem âmons Brisiacusâ ein Auxiliarkastell zur Grenzsicherung. Kaiser Valentinian I. erlieĂ dort am 30. August 369 ein Edikt, in dem Breisach erstmals urkundlich als âbrisiacusâ (vom keltischen brisin-ac / âWasserbrecherâ) erwähnt wird. Sein Inhalt blieb im Codex Theodosianus erhalten. Nach neueren archäologischen Erkenntnissen hatte das rĂśmische Lager eine Ausdehnung von ungefähr drei Hektar und verfĂźgte Ăźber ein repräsentatives Verwaltungs- und Wohngebäude, ein sogenanntes Praetorium.cite-ref-5[5] Kaiser Valentinian I. Ăźberwachte von hier aus den Ausbau der Rheingrenze mit neuen militärischen Befestigungsanlagen, um das rĂśmische Reich so besser vor den vorrĂźckenden Alamannen zu schĂźtzen.
Im 11. Jahrhundert war Breisach einer der Hauptsitze der Zähringer.cite-ref-6[6] Eine Breisacher Mßnze aus dem 11. Jahrhundert wurde auf den FärÜern im Mßnzfund von Sandur entdeckt.
Um 1146 hatte der Basler Bischof auf dem MĂźnsterberg zwar eine Kaufmannssiedlung mit einer Kirche errichten lassen, doch die Stadt Breisach im heutigen Sinne grĂźndeten die Staufer im Jahr 1185. Als KĂśnig Philipp von Schwaben Geld benĂśtigte, verpfändete der Staufer 1198 Breisach um 3000 Mark Silber an Berthold V. Die Ăbernahme der Stadt durch den Zähringer Herzog beseitigte die Handelskonkurrenz zwischen Breisach und Freiburg im Breisgau. Bis zu seinem Tod 1218 lieĂ Berthold die Burg Breisach auf der Nordseite, den Radbrunnen in der Mitte und das MĂźnster St. Stephan auf der SĂźdseite des Berges bauen.
Nach dem Tode des letzten Staufers KĂśnig Konrad IV. 1254 fiel im anschlieĂenden Interregnum die Oberhoheit wieder an das von Bischof Heinrich von Neuenburgcite-ref-7[7] gefĂźhrte FĂźrstbistum Basel. In den folgenden Jahren gelang es dem rĂśmisch-deutschen KĂśnig Rudolf von Habsburg, alle hohenstaufischen GĂźter am Oberrhein einzusammeln, sonderlich anno 1273, da graff Rudolphus zu rĂśmischen Reich kommen, wo ihm Jedermann weichen und seinen Prätensionen raum geben mĂźeĂen.cite-ref-8[8] Im gleichen Jahr verlieh der KĂśnig Breisach den Status einer Freien und Reichsstadt.
Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete 1330 die Stadt an die Ăśsterreichischen HerzĂśge Otto den FrĂśhlichen und Albrecht den Weisen oder Lahmen. Im Jahre 1458 trat deren Urenkel Erzherzog Albrecht die Ăśsterreichischen Vorlande und damit Breisach an seinen Cousin Erzherzog Sigismund den MĂźnzreichen ab, der die Stadt 1469 an Karl den KĂźhnen von Burgund verpfändete. Die Verwaltung besorgte Karls Landvogt Peter von Hagenbach, der 1474 wegen Eingriffen in verbriefte Rechte, Sittlichkeitsverbrechen u. a. in Breisach angeklagt, verurteilt und auf dem Anger vor dem Kupfertor enthauptet wurde. Nach dem Tode Karls des KĂźhnen gelangte Breisach an Maximilian I. als Erbgut seiner Frau Maria, der Tochter Karls. AnschlieĂend blieb die Stadt bis zum Westfälischen Frieden Ăśsterreichisch.
Häufige Herrscherwechsel
Die häufigen Herrscherwechsel in Breisach sind am Rathaus der Stadt dokumentiert:
DreiĂigjähriger Krieg
Seit dem frĂźhen 16. Jahrhundert lieĂen die habsburgischen Kaiser Breisach als Reichsfestung ausbauen. Schon am Beginn des DreiĂigjährigen Krieges war die Erkenntnis vorhanden, dass der Rhein als WasserstraĂe und Transportweg auch zu den Spanischen Niederlanden besonders fĂźr die Habsburger eine groĂe Bedeutung hatte. Deshalb wurde die Reichsfestung nicht nur als âSchlĂźssel zum Rheinâ sondern gesteigert als der âSchlĂźssel zum Reichâ bezeichnet. Am Habsburger Hof im fernen Wien fasste man das im Ausspruch zusammen âBreisach verloren, alles verlorenâ.
Die Reichsfestung Breisach war besetzt mit 3000 Garnisonssoldaten und bestĂźckt mit 152 Kanonen. Sie hielt dem ersten Ansturm im DreiĂigjährigen Krieg lange stand, als ein im schwedischen Diensten stehendes Heer unter Rheingraf Otto Ludwig ab dem 9. Juli 1633 Breisach belagerte. Wegen der gefährdeten Versorgung der Festung mit Lebensmitteln und Pulver war die Belagerung aber trotzdem gefährlich. Deshalb war der Kaiser erfreut, als nach der Vereinigung des bayerischen Heeres der Katholischen Liga unter Johann von Aldringen mit einem spanischen Heer unter Herzog Feria, das von Spanien kommend auf dem Weg in die Spanischen Niederlande war, die beiden vereinigten Heere am 20. Oktober 1633 die Belagerer der Reichsfestung Breisach durch ihren Vorbeimarsch vertrieb und die Belagerung beendete.
Als 1635 mit dem Prager Frieden eine Einigung im kriegerischen Religionskonflikt mĂśglich erschien, fachte Frankreich den Krieg in den deutschen Landen wieder an, indem Kardinal Richelieu dem landlosen Bernhard von Sachsen-Weimar eine Armee von 18.000 Mann (ArmĂŠe d'Allemagne) finanzierte.cite-ref-9[9] In seinem Ehrgeiz, ein eigenes ReichsfĂźrstentum zu erlangen, nahm Bernhard 1638 in rascher Folge zunächst die Waldstädte Waldshut, Säckingen, Laufenburg und Rheinfelden ein; anschlieĂend eroberte er Freiburg im Breisgau.
Ab Juni 1638 belagerte das Heer des Bernhard von Sachsen-Weimar die Reichsfestung Breisach. Der Stadtkommandant Freiherr von Reinach hatte von Kaiser Ferdinand III. den Auftrag, die Festung mit allen Mitteln zu halten. In der belagerten Festung gingen nach und nach die Lebensmittel aus. Im August 1638 versuchte ein kaiserlich-bayerisches Heer mit 14.000 SĂśldnern unter Johann von GĂśtzen und Federigo Savelli, die Belagerer zu vertreiben und Breisach zu entsetzen. Zwar gelang es den Truppen, eine RheinbrĂźcke einzunehmen, doch die franzĂśsisch-schwedischen Belagerer â wie die Belagerten an Hunger leidend â schlugen die kaiserlichen Angreifer nach einem von Savelli Ăźberhastet befohlenen Angriff am 9. August 1638 zurĂźck.cite-ref-10[Anm. 1] Die Belagerung wurde fortgesetzt. Am 24. Oktober 1638 misslang ein zweiter Befreiungsversuch der Festung unter Johann von GĂśtz, in dessen neuem Heer angeblich auch Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen als SĂśldner verpflichtet war.cite-ref-11[10]
Am 28. Oktober fiel das letzte AuĂenwerk von Breisach. Die Explosion eines Pulvermagazins am 3. Dezember Ăśffnete eine Bresche. SchlieĂlich kapitulierte die kaiserliche Festung am 17. Dezember 1638. Nur 150 der etwa 4000 Bewohner Breisachs Ăźberlebten Hunger und Pest. Der Festungskommandant Reinach durfte mit den ihm verbliebenen 400 Soldaten ehrenhaft, d. h. mit fliegenden Fahnen und zwei Kanonen, nach StraĂburg abziehen.cite-ref-12[11]
Nach der Eroberung von Breisach wollte Richelieu umgehend einen franzĂśsischen Stadtkommandanten einsetzen, doch darauf lieĂ sich der Herzog von Weimar nicht ein und machte stattdessen Breisach zum Sitz seiner âFĂźrstlich-Sächsischen Regierungâ. Nachdem Bernhard von Weimar am 18. Juli 1639 Ăźberraschend starb Ăźbergab sein General, den letzten Willen des Herzogs missachtend, die Festung an die Franzosen, die sie als ihre eigene Eroberung betrachteten. Im Westfälischen Frieden 1648 fiel Breisach auch de iure an Frankreich.cite-ref-13[12]
Ludwig XIV.
Ludwig XIV. betrachtete Breisach als integralen Teil seines KĂśnigreichs. Er hieĂ seinen Festungsbauer Vauban die Festung ausbauen und lieĂ das Rheintor prächtig ausgestalten, an dem man angeblich lesen konnte: Limes eram Gallis, nunc Pons et Janua fio; Si pergunt, Gallis nullibi limes erit (Ăbersetzung: Grenze den Galliern war ich, nun werdâ ich zum Tor und zur BrĂźcke; Schreiten die Gallier vor, gibtâs keine Grenze fĂźr sie).cite-ref-14[13] Wenn Geschichtswissenschaftler die Existenz der Inschrift auch anzweifelncite-ref-15[14], so illustriert der Text die Expansionsbestrebungen Ludwigs XIV., der 1670 in Breisach sogar eine Reunionskammer einrichten lieĂ. Am Ende des Pfälzischen Krieges musste Frankreich 1697 im Frieden von Rijswijk Breisach dem Reich restituieren, doch erst nachdem Vauban die entstandene LĂźcke im franzĂśsischen FestungsgĂźrtel mit dem Bau von Neuf-Brisach geschlossen hatte, Ăźbergaben die Franzosen am 1. April 1700 die Festung an das Reich.
Ludwig XIV. hatte den Verlust Breisachs nicht verwunden und schickte zu Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs seinen Enkel den Herzog von Burgund Louis de France (le Petit Dauphin) und Marschall Tallard Ende August 1703 mit einem Heer vor die Stadt. Als Festungsexperten hatten die Franzosen Marschall Vauban dabei, der den Einsatz der franzĂśsischen GeschĂźtze geschickt dirigierte, so dass es den Belagerern bald gelang, dem Hauptgraben das Wasser abzugraben.cite-ref-16[15] Am 6. September 1703 kapitulierte die Festung Alt-Breisach. Beim Einzug der Franzosen warf sich der Festungskommandant Graf Philipp von Arco dem Herzog von Burgund zu FĂźĂen und kĂźsste ehrfurchtsvoll die Hand des Eroberers. Prinz Eugen kommentierte: âIch kann nicht begreifen, wie es mit dieser so imposanten Festung geschehen und zugegangen ist. Breisach ist auf schändliche Weise verloren gegangen.â Ein Kriegsgericht verurteilte Graf von Arco, den ein Scharfrichter am 14. Februar 1704 auf dem Marktplatz von Bregenz enthauptete.
Die Stadt im 18. Jahrhundert
Mit dem Rastatter Frieden am 7. März 1714 wurde Breisach wieder kaiserlich. Im Jahr 1790 ordnete die Wiener Regierung das vorderÜsterreichische Breisach dem Oberamt Breisgau zu.
In den Revolutionskriegen belagerten die Franzosen 1793 die Stadt und nahmen nach einer Kanonade vom 15. bis 19. September des âReiches SchlĂźsselâ Alt-Breisach ein. Die Schäden an den Bauten durch den Beschuss und die resultierenden Brände waren derart, dass eine Schweizer Zeitung meldete: Die Stadt Breisach hat aufgehĂśrt zu bestehen. Der republikanische Blitz hat sie vernichtet. 577 Häuser, die 2700 Einwohnern als Wohnungen dienten, sind verschwunden.cite-ref-17[16] Nach der Niederlage der Ăsterreicher im Dritten Koalitionskrieg schlug Napoleon 1805 im Frieden von Pressburg Breisach dem neugebildeten GroĂherzogtum Baden zu.
20. Jahrhundert
Im Ersten Weltkrieg waren die Menschen in Breisach trotz gewisser MĂśglichkeiten als Selbstversorger mit Mangel und Hunger konfrontiert.cite-ref-18[17]
Beim Novemberpogrom 1938 zerstĂśrten SA-Männer die Synagoge in der RheintorstraĂe / Im KlĂśsterle. Daran erinnern ein Mahnmal und eine Tafel am ehemaligen Standort.cite-ref-19[18] Von den etwa 60 festgenommenen Juden wurde ungefähr die Hälfte fĂźr einige Wochen im KZ Dachau inhaftiert. Bis 1940 konnten rund 150 jĂźdische Einwohner auswandern, die meisten in die USA. Die Verbliebenen wurden kurzzeitig nach WĂźrttemberg âevakuiertâ. Nach der deutschen Besetzung des Elsass veranlasste die Stadtverwaltung im Sommer 1940 die Deportation der wieder nach Breisach zurĂźckgekehrten Juden nach Rouffach im Elsass in die dortige Nervenheilanstalt, wovon sie auf âhĂśheren Befehlâ wieder nach Breisach zurĂźckkehren mussten. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten in Breisach lebenden Deutschen jĂźdischer Herkunft im Rahmen der Wagner-BĂźrckel-Aktion in das Lager Gurs deportiert. Die jĂźdische Gemeinde Breisach mit ihrer Ăźber 700-jährigen Geschichte hatte gegen Ende des 19. Jahrhunderts Ăźber 500 Mitglieder. Etwa 121 jĂźdische Breisacher BĂźrger wurden im Holocaust ermordet.cite-ref-20[19]
Als die Alliierten im Frßhjahr 1945 bei Breisach den Rhein ßberquerten, wurde die Stadt durch Artilleriefeuer zu 85 Prozent zerstÜrt. Auch das Mßnster St. Stephan wurde erneut schwer beschädigt.
Aufgrund der wechselvollen geschichtlichen Erfahrungen und mit dem Willen, zu einem friedvollen Zusammenleben der verschiedenen VĂślker und Kulturen beizutragen, sprach sich die BevĂślkerung Breisachs als erste in Europa am 9. Juli 1950 in einer Abstimmung mit 95,6 % der Wählerstimmen fĂźr ein einiges und freies Europa auscite-ref-21[20]; seitdem nennt sich Breisach âEuropastadtâ. Seit dem 1. Oktober 2023 fĂźhrt Breisach die Zusatzbezeichnung âEuropastadtâ auch offiziell.cite-ref-22[21]
Den Namenszusatz am Rhein trägt die Stadt seit dem 27. Juni 1961.
Im Jahr 1969 wurde Breisach als Standort fĂźr ein Kernkraftwerk vorgesehen. Jedoch scheiterte diescite-ref-23[22] und 1973 entschied man sich fĂźr Wyhl als Standort. Der Bau des Kernkraftwerks Wyhl scheiterte ebenfalls am Widerstand der betroffenen BevĂślkerung.
Siehe auch
⢠Burg Alzenach
⢠Burg Breisach
⢠Burg Ăsenberg
⢠Kloster Marienau
Eingemeindungen
⢠Hochstetten (seit dem Mittelalter Filialort Breisachs)
⢠1. April 1972: Gßndlingencite-ref-24[23]
⢠1. April 1973: Niederrimsingencite-ref-25[24]
⢠1. Januar 1975: Oberrimsingencite-ref-26[25] (mit dem 1936 dorthin eingemeindeten Grezhausen)
Politik
Gemeinderat
Kommunalwahl 2024
Wahlbeteiligung:
60,65 %
%
40
30
20
10
0
36,49 %
15,72 %
14,69 %
10,72 %
9,03 %
8,95 %
4,40 %
CDU
GrĂźne
SPD
AfD
FDP
/
FWB
ULB
BLB
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
%p
6
4
2
0
â2
â4
â6
+5,50
%p
+0,63
%p
â1,53
%p
+3,93
%p
â3,05
%p
â5,36
%p
+1,68
%p
CDU
GrĂźne
SPD
AfD
FDP
/
FWB
ULB
BLB
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
Umweltliste Breisach
BĂźrgerliste Breisach
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 fĂźhrte bei einer Wahlbeteiligung von 60,65 % zu folgendem Ergebnis:
| Wahlvorschlag | Wahlvorschlag | Stimmenanteil | G/V | Sitze | G/V |
|---|---|---|---|---|---|
| | CDU | 36,49 % | + 5,5 % | 10 | + 1 |
| | SPD | 14,69 % | â 1,53 % | 4 | â 1 |
| | GRĂNE | 15,72 % | + 0,63 % | 4 | Âą 0 |
| | AfD | 10,72 % | + 3,93 % | 3 | + 1 |
| | FDP / FWB | 9,03 % | â 3,05 % | 3 | Âą 0 |
| | Umweltliste (ULB) | 8,95 % | â 5,36 % | 2 | â 2 |
| | BĂźrgerliste (BLB) | 0 4,40 % | + 1,68 % | 1 | Âą 0 |
| | Tierschutzpartei | 0 0,00 % | â 1,80 % | 0 | â 1 |
BĂźrgermeister
Der BĂźrgermeister steht mit Sitz und Stimme auch dem Gemeinderat vor.
⢠1948â1962: Josef Bueb (SPD)
⢠1962â1982: Fritz Schanno (CDU)
⢠seit 2006: Oliver Rein (CDU (seit 2008, davor parteilos))
Rein wurde 2014 mit 71 Prozent der Stimmen und 2022 mit 96 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
Städtepartnerschaften
Breisach pflegt Partnerschaften mit
⢠Frankreich Saint-Louis, Vorort von Basel im franzÜsischen DÊpartement Haut-Rhin, seit 1960
⢠Osterreich Pßrgg-Trautenfels in der Üsterreichischen Steiermark, seit 1994 Partnergemeinde des Stadtteils Niederrimsingen
⢠Frankreich Neuf-Brisach (Neu-Breisach) im franzÜsischen DÊpartement Haut-Rhin in Sichtweite auf der anderen Seite des Rheins, seit 2000
⢠Polen OĹwiÄcim (Auschwitz), seit 2009
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
Theater
Die Festspiele Breisach bieten seit 1924 groĂes Freilichttheater. Die StĂźcke wurden bis zum Jahr 1961 auf dem MĂźnsterplatz vor der Kulisse des MĂźnsters St. Stephan aufgefĂźhrt. 1962 zogen die Festspiele auf den Schlossplatz der Stadt um, wo eine feststehende Anlage errichtet wurde, die 748 Ăźberdachte Sitzplätze bietet. Die Anlage kann das ganze Jahr Ăźber besichtigt werden. Die Spielzeit der Festspiele dauert von Juni bis September eines Jahres. Auf dem Spielplan befindet sich jeweils eine groĂe abendfĂźllende Inszenierung sowie ein KinderstĂźck. Im Jahr 2008 waren dies âDie Kameliendameâ von Alexandre Dumas d. J. und âDas Dschungelbuchâ nach Rudyard Kipling. Die Inszenierungen lockten Ăźber 15.000 Besucher auf den Schlossplatz. In der Spielzeit 2009 standen Anatevka und Die chinesische Nachtigall auf dem Spielplan. Im Jahr 2010 wurden die StĂźcke âMord im Pfarrhausâ nach Agatha Christie und die âDie kleine Meerjungfrauâ nach Hans Christian Andersen gespielt. 2011 spielte das Ensemble der Breisacher Festspiele, das sich aus Vereinsmitgliedern rekrutiert, âDer Graf von Monte Christoâ nach dem Roman von Alexandre Dumas d. Ă. Das Junge Theater brachte ein Märchen der GebrĂźder Grimm auf die BĂźhne: âDer Teufel mit den drei goldenen Haarenâ. Im Jahr 2018 stellten die Festspiele Breisach e. V. einen neuen Rekord mit den StĂźcken Dracula und Aladin auf (19757 Besucher).
Im Ortsteil Oberrimsingen hat sich die KleinkunstbĂźhne im Schloss Rimsingen etabliert, wo Kabarett, Theater, Shows, Musik und mehr mit bekannten und regionalen KĂźnstlern geboten wird. Im Schlosshof finden regelmäĂig Kunst- und Kunsthandwerkermärkte statt.
Museen
Das Museum fßr Stadtgeschichte im Rheintor, einem der schÜnsten noch erhaltenen barocken Festungstore Europas (erbaut von Jacques Tarade um 1678) zeigt auf 400 Quadratmetern eine anspruchsvolle Sammlung von Exponaten, Dokumenten und Bildern der Stadt von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Besonders sehenswert sind neben archäologischen Objekten, Teilen des Mßnsterschatzes und Gemälden Breisacher Kßnstler des 19. und 20. Jahrhunderts auch mehrere Modelle zur Festung Breisach im 17. und 18. Jahrhundert. Wechselnde Sonderausstellungen zu Themen der jßngeren Stadtgeschichte machen den Museumsbesuch immer wieder von neuem interessant.
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Hauptartikel
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Rheintor (Breisach am Rhein)
Galerien
Die Galerie KUNSTWERK in der Leopoldschanze bietet als Dauerausstellung Malerei von Gerard Marcel Meyer, Jean-Marie Liesenfeld, Wolfgang Schäfer und âLe Leonardâ Leo Beck sowie Skulpturen von Ute Rupprecht und Matthias Stauss. Im Atelier Ari Nahor finden Ausstellungen von Fotokunst und Fotografie statt. Kunstkeramik ist in der Werkstattgemeinschaft Suzuki zu sehen. Weitere Kunstausstellungen finden im Breisacher Rathaus und in der Ehemaligen Spitalkirche statt. Der Verein Kunstkreis Radbrunnen Breisach veranstaltet mehrmals im Jahr Ausstellungen im historischen Radbrunnenturm.
Deutsch-franzÜsische Schßlerbegegnungsstätte in der Jugendherberge
Die Breisacher Jugendherberge liegt direkt am Rhein und ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof und von der Innenstadt entfernt. Das Haus mit 158 Betten bietet viele Sport- und FreizeitmÜglichkeiten. Die Jugendherberge ist zugleich deutsch-franzÜsische Schßlerbegegnungsstätte fßr deutsche und franzÜsische Schulklassen, die sich hier zu Gemeinschaftsprojekten treffen kÜnnen.cite-ref-28[27]
Bauwerke
MĂźnster St. Stephan
Das romanische Mßnster St. Stephan wurde zwischen dem Ende des 12. Jahrhunderts und 1230 erbaut. Der Chor-Neubau erfolgte ab ca. 1275. Eingespannt zwischen dem steil aufragenden hochgotischen Chor und dem wie ein Querriegel vorgeschobenen spätgotischen Westbau, steht das romanische Mßnster im Grund- und Aufriss von basilikaler, kreuzfÜrmiger Anlage im gebundenen System.
Die Formen des Baues, die zum Teil schon Elemente des Ăbergangs zur Gotik zeigen, sprechen dafĂźr, dass das romanische MĂźnster in der Zeit zwischen dem ausgehenden 12. Jahrhundert bis 1230 errichtet wurde. Einmalig ist die nach auĂen geĂśffnete Krypta, deren Anlage das nach Osten abschĂźssige Gelände erforderte.
Im MĂźnster sind viele AusstattungsstĂźcke aus dem späten Mittelalter und der frĂźhen Neuzeit erhalten. Im Westbau schuf Martin Schongauer 1488â1491 monumentale Gemälde mit der Darstellung des JĂźngsten Gerichts. Die westliche Wand zeigt Christus als Weltenrichter zwischen Maria und Johannes dem Täufer als FĂźrbittern. An der SĂźd- und Nordwand sind HĂślle und Paradies dargestellt. Siehe auch Martin Schongauers JĂźngstes Gericht.
Der Hauptaltar gehÜrt zu den bedeutendsten Schnitzarbeiten deutscher Kunst an der Wende von der Gotik zur Renaissance. Neben dem Vollendungsdatum 1526 ist mehrfach die Signatur HL zu finden, die in der jßngeren Forschung häufig mit dem in Freiburg im Breisgau und Ulm tätigen Bildschnitzer Hans Loy in Verbindung gebracht wird. Eine sichere Zuschreibung ist allerdings nicht mÜglich. Siehe auch Hochaltar des Meisters HL.
Der Chorraum mit dem Schnitzaltar wird vom Kirchenschiff abgetrennt durch den 1496 eingebauten spätgotischen Lettner. Wie der Altar stammen aus dem 16. Jahrhundert auch das Sakramentshaus (um 1520), die Heiliggrabnische (um 1520/30) und das geschnitzte ChorgestĂźhl (1525â1527). Die geschnitzte Kanzel stammt von 1597 und zeigt schon Stilelemente der Renaissance.
Im Jahr 1996 schuf Franz Gutmann einen neuen Zelebrationsaltar vor dem Lettner, unter dem sich heute der Reliquienschrein der heiligen Stadtpatrone Gervasius und Protasius befindet. Der mit kostbaren Silberarbeiten verkleidete Schrein wurde 1497 von dem aus Wimpfen stammenden Peter Berlin geschaffen.
Teile der Fensterzyklen des Breisacher MĂźnsters wurden vom Glasmaler Valentin Peter Feuerstein gestaltet, der u. a. auch die Glasfenster in der benachbarten Evangelischen Kirche Ihringen am Kaiserstuhl sowie eine Fensterrosette im Freiburger MĂźnster schuf.
Andere Bauwerke und SehenswĂźrdigkeiten
⢠Im Radbrunnenturm befindet sich ein ßber 40 Meter tiefer Brunnenschacht, der auch bei längerer Belagerung noch eine Versorgung mit Trinkwasser ermÜglichte. Im Radbrunnenturm fand die gerichtliche Untersuchung zum Fall Hagenbach im Jahr 1474 statt.
⢠Das Rheintor, in dem heute ein Museum untergebracht ist, sowie das Kupfertor sind dagegen Teile der barocken Festungsanlage.
⢠Der Tullaturm ist ein typisches Denkmal der badischen Städte entlang des Rheins. Er wurde 1874 auf dem Areal der mittelalterlichen Burganlage zu Ehren des badischen Ingenieurs Johann Gottfried Tulla errichtet.cite-ref-29[28] Der denkmalgeschßtzte 16 Meter hohe Turm ist am Tag des offenen Denkmals im Rahmen von Fßhrungen als Aussichtsturm geÜffnet.cite-ref-30[29]
⢠Weitere Tore und Tßrme zeugen trotz häufiger ZerstÜrung der Stadt noch von deren mittelalterlicher Befestigung:
⢠Gutgesellentor: Es wurde 1402 errichtet und erhielt seinen Namen nach der Wächterfamilie. An diesem Tor wurde am 29. April 1415 der Gegenpapst Johannes XXIII. festgenommen, nachdem er das Konzil von Konstanz fluchtartig verlassen hatte. Im Obergeschoss des Tors befindet sich heute die Narrenzunftstube.
⢠Hagenbachturm: Benannt nach dem burgundischen Landvogt Peter von Hagenbach, der hier bis zu seiner Verurteilung und Hinrichtung im Jahr 1474 vom 11. April bis 9. Mai gefangen war.
⢠Kapftor: Der Name geht zurĂźck auf kaphe = âAusblickâ. Das Tor wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut, war 1895â1912 ein militärisches Arrestlokal und ist heute ein städtisches Wohngebäude.
⢠Kupfertor: Teil der barocken Festungsanlage, 1641â1643 im Zuge des Festungsausbaus errichtet, 1793 schwer beschädigt und 1844 in vereinfachter Form wieder aufgebaut. Zeitweise Wachlokal, von 1893 bis 1918 Garnisonsdepot. Heute Sitz zweier Narrengruppen aus Breisach.
⢠Das âBlaue Hausâ ist das ehemalige jĂźdische Gemeindehaus. Es wurde vor 1691 erbaut und ist heute ein Erinnerungs- und Begegnungszentrum fĂźr die Aufarbeitung der jĂźdischen Geschichte in der Region. Es wurde von der Denkmalstiftung Baden-WĂźrttemberg zum âDenkmal des Monats März 2004â erklärt.
⢠Die Verenenkapelle im Stadtteil Hochstetten wurde 1139 erstmals erwähnt. Sie ist zweimal, 1676 und 1799, durch franzÜsische Truppen zerstÜrt worden. 1818 erfolgte der Wiederaufbau, nun mit dem Anbau eines Schulhauses, in dem bis 1869 unterrichtet wurde. Zur schlichten Innenausstattung der Kapelle gehÜrt eine Statue der Heiligen Verena. Die Glocke im Dachreiter stammt aus dem Jahr 1895.cite-ref-31[30]
⢠Die ehemalige Spitalkirche St. Martin: Um 1675 wurde das 1301 erstmals erwähnte Heiliggeistspital beim Rheintor hierher verlegt, wo zuvor das Kornhaus des 1525 aufgehobenen und zerstĂśrten Zisterzienserinnenklosters Marienau stand. Die zum Spital gehĂśrige Kirche war St. Martin geweiht und wurde im 18. Jahrhundert erneuert. 1834â1842 erfolgte unter Stadtpfarrer und Dekan Pantaleon Rosmann (1776â1853) ein Krankenhausneubau entlang der heutigen Spitalgasse. AuĂer den Kranken fanden hier auch Arme, Alte und Waisen Aufnahme. In Hungerjahren wurde die BevĂślkerung von hier mit Nahrung versorgt. Seit 1853 lag die Pflege der Bewohner in der Obhut des Ordens der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul. Als die Alliierten im FrĂźhjahr 1945 bei Breisach den Rhein Ăźberquerten, wurde die Stadt durch Artilleriefeuer zu 85 Prozent zerstĂśrt, darunter auch die Spitalkirche. Nur die AuĂenmauern waren stehen geblieben. 1966 wurde die Kirche als städtischer Veranstaltungsraum wieder aufgebaut. FĂźr den Stifter und EhrenbĂźrger der Stadt, Pantaleon Rosmann, birgt das Gebäude ein Denkmal aus dem Jahre 1856, das der Freiburger Bildhauer Josef Alois Knittel schuf. Seit 1990 ist im Dachreiter ein Glockenspiel untergebracht, im ehemaligen Chor hängt das Tafelgemälde âPompeijanisches Grabâ von Bernhard Metzger (* 1951 in Colmar) aus dem Jahr 2001.cite-ref-32[31]
⢠Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienau wurde im Bauernkrieg 1525 zerstĂśrt. Es war im Jahr 1250 an der Stelle des zähringischen Ministerialenhofes der Familie von Tunsel errichtet worden. Die aus einer elsässischen Adelsfamilie stammende Selige Bertha lebte hier vermutlich bis 1264 und grĂźndete danach in Freiburg das Dominikanerinnenkloster St. Anna, das 1265 in den Zisterzienserorden aufgenommen wurde. Die Selige Bertha starb 1304. Das Kloster Marienau besaĂ durch Stiftungen erheblichen Grundbesitz in Breisach, dem Breisgau und im Elsass. Der Wirtschaftshof des Klosters befand sich im Bereich des späteren Heiliggeistspitals zwischen Marktplatz und Eckartsberg. Damals lag das Kloster auĂerhalb der Stadtmauern und stellte in den Zeiten des Beuernkriegs eine strategische Gefahr dar. Es wurde deshalb 1525 durch die Stadt bis auf die Grundmauern abgebrochen. Im Zuge der Festungserweiterungen wurde der Klosterfriedhof 1632 aufgehoben.
⢠Die evangelische Martin-Bucer-Kirche ist die einzige nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig neu gebaute Kirche am Kaiserstuhl. Sie wurde nach Plänen des Freiburger Architekten Hans-Dieter Poppe errichtet und im Mai 1968 eingeweiht. Es handelt sich um einen achteckigen Bau mit groĂem Zeltdach ohne Turm. In der Kirche befindet sich eine historische Stieffel-Orgel von 1826. Kirche und Gemeinde sind seit 1996 nach dem elsässischen Reformator Martin Bucer benannt.cite-ref-33[32]
⢠Der Eckartsberg
⢠Das Sparkassengebäude am Neutorplatz war von 1945 bis 1953 Sitz der Stadtverwaltung des zu 85 % zerstÜrten Breisach. Hier fand am 9. Juli 1950 die berßhmte Breisacher Europa-Abstimmung statt.
⢠In der NeutorstraĂe (FuĂgängerzone) stehen zahlreiche historisch interessante Gebäude, traditionsreiche Gaststätten und die seit 1798 nachgewiesene Stadtapotheke.
⢠2017 bis 2019 wurden die RheinstraĂe, der Gutgesellentorplatz und der Marktplatz, der bis dahin als Parkplatz genutzt wurde, nach einem Wettbewerbsentwurf von Faktorgruen mit K9 Architekten fuĂgängerfreundlich umgestaltet.cite-ref-34[33]cite-ref-35[34]
Sport und Freizeit
Die Stadt Breisach bietet durch ihre einmalige Lage am Rhein eine besondere Vielfalt an Sport- und FreizeitmĂśglichkeiten. Auf dem Wasser kann gesegelt und gerudert werden, zudem ist Motor- und Yachtbootfahren mĂśglich sowie Wasserskifahren. Von einer Schiffsanlegestelle starten von Ostern bis Dezember regelmäĂig Ausflugsschiffe zu Schleusenrundfahrten, zu Tagestouren nach Basel, StraĂburg und Colmar oder zu kulinarischen Rundfahrten.
Auf einem ausgedehnten Radwegenetz kĂśnnen die Rheinebene, der Kaiserstuhl und der Tuniberg erkundet werden. AuĂerdem fĂźhren durch Breisach mehrere Ăźberregionale Wege, beispielsweise die GrĂźne StraĂe und der Rheinradweg. Wanderer nutzen Breisach als Ausgangspunkt fĂźr Halbtages- oder Tagestouren. Im Kaiserstuhl und am Tuniberg wurden seit 2007 mehrere Themenpfade angelegt, von denen zwei in Breisach starten und ein weiterer Ăźber den Tuniberg fĂźhrt mit Zugängen von den Breisacher Stadtteilen Ober- und Niederrimsingen. Die unterschiedlich langen Wegstrecken eignen sich sowohl fĂźr Familien, als auch fĂźr ambitionierte Wanderer und bieten Ausblicke auf den Schwarzwald, die Rheinebene und die Vogesen, Informationen zur interessanten Geologie sowie Ăźber die einzigartige Fauna und Flora des Kaiserstuhls.
Mit dem Waldschwimmbad verfĂźgt die Stadt Breisach Ăźber ein Freibad. Direkt nebenan im Rheinwald befinden sich Tennisanlagen und die Sportplätze des FuĂballvereins, die auch von Leichtathleten genutzt werden. Im Rheinwald sind auch drei unterschiedlich lange Nordic-Walking-Routen ausgeschildert. AuĂerdem gibt es in den Stadtteilen GĂźndlingen, Nieder- und Oberrimsingen beschilderte Rundkurse fĂźr Nordic Walking. In der näheren Umgebung von Breisach befinden sich ein Golfplatz und mehrere ReiterhĂśfe. In der Kernstadt von Breisach und in den Ortsteilen Hochstetten, GĂźndlingen, Oberrimsingen mit Grezhausen und Niederrimsingen gibt es rund 130 Vereine, von denen 52 in der Interessengemeinschaft der Breisacher Vereine organisiert sind.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bildung
Grundschule âTheresianumâ, Grund- und Hauptschule âJulius-Leber-Schuleâ mit AuĂenstelle Grundschule in GĂźndlingen, Grundschule Rimsingen (Niederrimsingen), St.-Ulrich-Grundschule (Oberrimsingen), Hugo-HĂśfler-Realschule, Martin-Schongauer-Gymnasium, Gewerbeschule mit technischem Gymnasium, Volkshochschule Westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg, Erich-Kiehn-Schule / Private Heimsonderschule fĂźr Erziehungshilfe des Christophorus-Jugendwerks (in Oberrimsingen), Flex-Fernschule zur Vorbereitung auf einen externen Haupt- oder Realschulabschluss (in Oberrimsingen), Jugendmusikschule Westlicher Kaiserstuhl-Tuniberg
Verkehr
Bahn- und Busverkehr
Anschluss an das Ăźberregionale Eisenbahnnetz besteht mit der Breisacher Bahn nach Freiburg im Breisgau, auf der die Breisgau-S-Bahn verkehrt, sowie mit der von der SĂźdwestdeutschen Verkehrs-AG (SWEG) betriebenen Kaiserstuhlbahn nach Riegel am Kaiserstuhl.
Darßber hinaus bietet die Freiburger Verkehrs AG (VAG) mit der Buslinie 31 eine weitere Direktverbindung ßber die Stadtteile Hochstetten, Gßndlingen, Ober- und Niederrimsingen von und nach Freiburg an. Sßdbadenbus betreibt mit der Buslinie 1076 eine direkte Verbindung ßber den Rhein in die Schwesterstadt Neu-Breisach und weiter nach Colmar im Elsass und mit der Linie 7211 eine den Schienenverkehr in den Tagesrandlagen ergänzende Busverbindung nach Freiburg. Der Verkehr der Kaiserstuhlbahn wird durch eine Buslinie nach Vogtsburg ergänzt. Zwei von der Sßdbadenbus GmbH und dem Unternehmen Tuniberg Express betriebene Stadtbuslinien bedienen die Kernstadt. Der kleinste und sßdlichste Stadtteil Grezhausen ist durch eine Anrufsammeltaxilinie an die Kernstadt angebunden.
Radverkehr
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WĂźrttembergcite-ref-36[35] ist Breisach Ăźber Ihringen, Gottenheim und Umkirch mit Freiburg verbunden und nach Westen Richtung Neuf-Brisach und Colmar. Die Nachbarstadt Bad Krozingen kann Ăźber einen Radweg entlang der B 31 erreicht werden.
Durch Breisach verläuft als Radfernweg die rechtsrheinische Variante des Rheinradwegs, der von der Quelle des Rheins am Oberalppass im Schweizer Kanton GraubĂźnden bis zur MĂźndung bei Rotterdam fĂźhrt. Er verläuft Ăźber Neuenburg am Rhein und GriĂheim, ab dort am Rhein entlang Ăźber Breisach bis Weisweil. Er ist als Eurovelo-Route 15 (Rheinradweg)cite-ref-37[36] und als D-Route 8 (Rhein-Route)cite-ref-38[37] ausgewiesen.
Es ist geplant, den bestehenden Radweg entlang der Breisacher Bahn Ăźber Ihringen, Wasenweiler, Gottenheim und Hugstetten nach Freiburg zu einem Radschnellweg auszubauen.
Breisach ist Mitglied der AGFK (Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und FuĂverkehrsfreundlicher Kommunen) in Baden-WĂźrttemberg.cite-ref-41[40]
FernstraĂen
Mit der BundesstraĂe 31 nach Lindau (Bodensee) und der D 415 nach Colmar auf der franzĂśsischen Seite ist Breisach gut an das Ăźberregionale StraĂennetz angebunden.
FerienstraĂe
Breisach liegt an einer grenzĂźberschreitenden FerienstraĂe, die als Route Verte in ContrexĂŠville in den Vogesen beginnt, bei Breisach Ăźber die RheinbrĂźcke den Rhein Ăźberschreitet und in der Nordroute als GrĂźne StraĂe in Lindau endet. Ăber die GrĂźne StraĂe ist Breisach mit Hochstetten und den Teilorten GĂźndlingen und Niederrimsingen verbunden. Im Elsass besteht Anschluss nach Vogelgrun, VĂślgelsheim, Neuf-Brisach und Colmar.
Ansässige Unternehmen
In Breisach befinden sich der Badische Winzerkeller eG, die Europas grĂśĂte Erzeuger-Weinkellerei betreibt, die Gräflich von Kageneckâsche Wein- und Sektkellerei und die Geldermann Privatsektkellerei als Teil der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien. Diese Betriebe belegen die hohe Bedeutung des Weinbaus in Breisach und im Kaiserstuhl.
Weitere grĂśĂere Unternehmen mit Sitz in Breisach sind u. a.
⢠Tapetenfabrik Erismann & Cie.
⢠GEISMAR Gleisbaumaschinen GmbH, ein Hersteller von Gleisbaumaschinen.
⢠Sßdglas EG, Sortieren, Reinigen, Vertrieb von Getränkeflaschen und Verschlßssen
⢠Birkenmeier Stein + Design
⢠Kleyling Spedition GmbH
Gerichte und BehĂśrden
Breisach verfĂźgt Ăźber ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Freiburg im Breisgau und zum OLG-Bezirk Karlsruhe gehĂśrt sowie Ăźber ein Notariat. Auf dem ehemaligen Kasernengelände am Europaplatz befindet sich eine AuĂenstelle des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald mit den Fachbereichen Vermessung & Geoinformation, Flurneuordnung & Landentwicklung und Landwirtschaft (mit Fachschule). Des Weiteren haben ein Polizeirevier, eine StraĂenmeisterei und ein Wasser- und Schifffahrtsamt ihren Sitz in Breisach.
Medien
Ăber das Lokalgeschehen in Breisach am Rhein berichtet die Wochenzeitung ReblandKurier, welche sich in dieser Ausgabe âBreisachKurierâ nennt. AuĂerdem gibt es noch eine Reihe weiterer Zeitungen, die in Breisach gelesen werden, etwa âBreisach Aktuellâ und die in Freiburg im Breisgau täglich erscheinende âBadische Zeitungâ.
Tourismus
Der Tourismus hat sich in Breisach in den letzten 15 bis 20 Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig mit weiterhin wachsender Bedeutung entwickelt. Die Tourismusarbeit liegt in den Händen der Breisach-Touristik, eines Fachbereiches der Stadtverwaltung, der in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu einem modernen touristischen Service-Center ausgebaut wurde. Die Breisach-Touristik ist fĂźr das touristische AuĂen- und Innenmarketing und die Gästebetreuung zuständig. AuĂerdem ist sie Geschäftsstelle des Kaiserstuhl-Tuniberg Tourismus e. V. und deutsche Kontaktstelle fĂźr die GrĂźne StraĂe, einer FerienstraĂe zwischen dem deutschen Schwarzwald und den franzĂśsischen Vogesen.
Mit 160.000 Ăbernachtungen und 60.000 Gästen im Jahr 2010 sowie rund 650.000 Tagestouristen jährlich ist der Tourismus fĂźr Breisach ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Anteil ausländischer Gäste beträgt rund 20 Prozent. Insgesamt kann der Tourismus in Breisach in allen Bereichen Zuwächse verzeichnen und beschäftigt in der Stadt rund 335 Menschen in Vollzeit.
Telefonvorwahlen
Die Stadt hat die Vorwahl 07667. Abweichend hiervon gelten in Niederrimsingen und Oberrimsingen die 07664 sowie in GĂźndlingen die 07668.
PersĂśnlichkeiten
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
⢠Walther von Breisach (1256â1300), Dichter
⢠Augustin MĂźnzmeister von Breisach (â 1380), Bischof von Seckau
⢠Antonius von Pforr (â 1483), Kleriker, Jurist, Schriftsteller (âBuch der Beispieleâ)
⢠Gervasius Sauffer/Sopher (um 1489â1556 StraĂburg), Humanist und Jurist
⢠Johannes Gast (um 1500â1552 in Basel), evangelischer Theologe, Schriftsteller
⢠Thomas SchĂśpf (1520â1577), Stadtarzt in Colmar, dann in Bern, angeblicher Kartograf
⢠Heinrich Vambes de Florimont (1663â1752), kurbayerischer Generalfeldzeugmeister, franzĂśsischer Herkunft
⢠Gervasius Brunck (Gervasius Brisacensis), Kapuziner, Theologe, Schriftsteller, 1690â1694 Guardian des Kapuzinerklosters Solothurn, 1700â1703, 1705â1715 Provinzial der Schweizer Kapuzinerprovinz
⢠Franz Xaver Kindl (1713â1772 DinkelsbĂźhl), Bildhauer
⢠Franz Sigrist (Breisach 1727âWien 1803), Rokokomaler, kaiserlicher Hofmaler
⢠David Geissmar (1797â1879), Rabbiner
⢠Gervas Krezmaier (1814â1871), Kunstmaler
⢠Julius von Gemmingen-Steinegg (1838â1912), groĂherzoglich badischer Leutnant
⢠Ernst Adolf Birkenmayer (1842â1916), Jurist und Mitglied des deutschen Reichstags
⢠Karl Gutmann (1854â1931), Volksschuldirektor und Prähistoriker
⢠Karl Elbs (1858â1933), Chemiker
⢠Hermann Ihringer (1881â1960), Gastronom, Hotelier und Weingutsbesitzer
⢠Josef Bueb (1897â1974), Kommunalpolitiker, BĂźrgermeister von Breisach
⢠Paul Hampel (1907ânach 1942), Landrat
⢠Wolfgang Boos (1908â1979), Landrat
⢠Josef Schillinger (1908â1943), SS-OberscharfĂźhrer im Konzentrationslager Auschwitz, geboren in Oberrimsingen
⢠Rolf Hauer (1911â2000), Verwaltungsjurist und Präsident der Klosterkammer Hannover
⢠Adolf Habermann (1913â1999), Elektroingenieur
⢠GĂźnther Haselier (1914â1991), Präsident der Landesarchivdirektion Baden-WĂźrttemberg, Neuorganisator des Landesarchivwesens in Baden-WĂźrttemberg, Schriftsteller
⢠Justin Lang (1934â2008), Ordenspriester, Theologie- und Kirchenhistoriker
⢠Hannelore Hensle (* 1943), Sozialarbeiterin, Leiterin der Katastrophenhilfe der Diakonie
⢠Harald Sßtterlin (* 1948), Radrennfahrer
⢠Udo Lay (* 1960), ehemaliger FuĂballspieler
⢠Reinhold Nann (* 1960), rÜmisch-katholischer Geistlicher, emeritierter Prälat von Caravelà in Peru
⢠Michael Obert (* 1966), Schriftsteller, Journalist
⢠Stephanie Gßnther (* 1966), Politikerin (Bßndnis 90/Die Grßnen), Landtagsabgeordnete
⢠Bernd H. ZwÜnitzer (* 1967), freischaffender Kßnstler in Malerei und Fotografie
⢠Philipp Schmidt (* 1982), Schriftsteller und Journalist
⢠Julius von Bismarck (* 1983), Kßnstler
⢠Yannic Han Biao Federer (* 1986), Schriftsteller
⢠Thomas Stieger (* 1986), Jazz- und Fusion-Musiker
⢠Pascal Krauss (* 1987), Mixed-Martial-Arts-Kämpfer
⢠Julian Kern (* 1989), Radrennfahrer
⢠Oliver Baumann (* 1990), FuĂballtorwart
⢠Felix Brßckmann (* 1990), Eishockeytorwart
⢠Alexander Brßckmann (* 1992), Eishockeyspieler
⢠Alrun Hofert (* 1994), Schauspielerin
⢠Konrad Faber (* 1997), FuĂballspieler
⢠Yannik Keitel (* 2000), FuĂballspieler
⢠Falko Michel (* 2001), FuĂballspieler
Personen, die in Breisach gewirkt haben
⢠Heiliger Ulrich von Zell, 1078â1087 Cluniacenser-Prior im Kloster GrĂźningen (heute Breisach-Oberrimsingen)
⢠Johannes XXIII. (Baldessare Cossa) (um 1370â1419), (Gegen-)Papst, 1415 in Breisach gefangen genommen
⢠Peter von Hagenbach (â 1474), burgundischer Landvogt, in Breisach teilweise gelebt und hier nach Gerichtsverhandlung enthauptet
⢠Martin Schongauer (1450â1491), Maler, in Breisach gestorben
⢠Johannes Gallinarius (* um 1475 Heidelberg), Humanist, Kleriker, 1516 in Breisach, wo er vermutlich auch starb
⢠Meister H.L. (Hans Loy?), bedeutender Bildschnitzer, schuf den Hochaltar im MĂźnster St. Stephan 1523â1526
⢠Johann Ludwig von Erlach (1595â1650), Schweizer General, in Breisach gestorben
⢠Herzog Bernhard von Weimar (1604â1639), protestantischer HeerfĂźhrer im DreiĂigjährigen Krieg, 1638/39 in Breisach
⢠Lukas Gernler (1625â1675), Theologe und Hochschullehrer, Hofprediger bei Johann Ludwig von Erlach
⢠SĂŠbastien Le Prestre de Vauban (1633â1707), franzĂśsischer Festungsbaumeister
⢠Jacques Tarade (1640â1722), franzĂśsischer Festungsbaumeister
⢠Konrad Mannlich (1701â1759), Kunstmaler, Hofmaler Pfalz-ZweibrĂźcken, 1735 in Breisach wohnhaft
⢠Jeremias Biedermann (Augsburg um 1745 â Breisach 1706/1707), Kunstmaler
⢠Bernhard Galura / Katzenschwanz (1764â1856), FĂźrstbischof von Brixen, 1779â1788 im Franziskanerkloster und Gymnasium Breisach
⢠Moses ReiĂ (1802â1878), Bezirksrabbiner
⢠Rudolf Lambert Metzger (1841â1902), Mechaniker, Elektrotechniker, Erfinder, 1873â1902 in Breisach
⢠Robert Moritz (1873â1963), Graphiker, Lithograph, Kunstmaler, Schriftsteller aus Halle/Saale, im Ersten Weltkrieg in Breisach stationiert, schuf zahlreiche Ansichten der Stadt und Umgebung
⢠Joseph Schmidlin (1876â1944), Theologe, BegrĂźnder der kath. Missionswissenschaft, Papsthistoriker, Schriftsteller, lebte 1935â1942 in Breisach, im Sicherungslager Schirmeck des KZ Natzweiler-Struthof ermordet
⢠Julius Leber (1891â1945), deutscher Politiker und Widerstandskämpfer, Realschulbesuch und kaufmännische Lehre in Breisach
⢠Franz Johannes Weinrich (1897â1978), Dichter und Schriftsteller, lebte 1940â1962 in Breisach, sein Grab auf dem Städt. Friedhof
⢠Franz Xaver Spiegelhalder (1900â1969), Kunstmaler, 1930â1938 in Breisach
⢠Heinz KĂśgel (1916â1973), Schauspieler der Breisacher Festspiele vor 1939, Schauspieler und Regisseur in der DDR (Theater und DEFA)
⢠Karl Heinz Engelin (1924â1986), Bildhauer, 1954â1958 in Breisach
⢠Gisela Engelin-Hommes (1931â2017), Bildhauerin, 1953â1958 in Breisach
⢠Helmut Lutz (* 1941), Bildhauer, Maler und Choreograph, berĂźhmteste Werke u. a. âSternenwegâ, âRadbĂźhneâ, zahlreiche Kirchengestaltungen
⢠Rainer Stiefvater, Bildhauer, Malercite-ref-42[41]
EhrenbĂźrger
⢠Ernst Julius Leichtlen (1791â1830), GroĂherzogl. Archivar, EhrenbĂźrger 1827
⢠Karl Johann Roys, Ministerialassessor, Ehrenbßrger 1828
⢠Pantaleon Rosmann (1776â1853), Priester, Historiker, EhrenbĂźrger Breisachs 1834cite-ref-43[42]
⢠Daniel Ringer (1797â1867), Oberzollinspektor, EhrenbĂźrger 1861
⢠Franz Xaver Lender (1797â1876), katholischer Stadtpfarrer und Dekan, EhrenbĂźrger 1867
⢠Ernst Alber, Forstmeister, Ehrenbßrger 1905
⢠Hugo HĂśfler (1898â1968), katholischer Stadtpfarrer, Geistlicher Rat, EhrenbĂźrger 1954
⢠Heinrich Ulmann (1879â1956), Weingutsbesitzer, Stadtrat, EhrenbĂźrger 1954
⢠Josef Bueb (1897â1974), BĂźrgermeister i. R., EhrenbĂźrger 1963 (an ihn erinnert die Josef-Bueb-StraĂe)
⢠August Ehrlacher (1898â1988), BĂźrgermeister i. R., EhrenbĂźrger 1969
⢠Otto Gutmann (1898â1982), Altstadtrat, EhrenbĂźrger 1969
⢠August MĂźller (1911â1977), Dekan, katholischer Stadtpfarrer, EhrenbĂźrger 1972
⢠Karl Bohn (1902â1985), Oberlehrer i. R., EhrenbĂźrger 1974
⢠Gustl Birkenmeier (1912â2001), Fabrikant, EhrenbĂźrger 1982
⢠Fritz Schanno (1918â2017), BĂźrgermeister i. R., EhrenbĂźrger 1984
⢠Theo Bachmann, Bßrgermeister der Partnerstadt Saint-Louis, Ehrenbßrger 1985
⢠Erich Kiehn (1913â2008), Pädagoge, GrĂźnder des Christophorus-Jugendwerks in Oberrimsingen, Träger des Staatspreises Baden-WĂźrttemberg und des Bundesverdienstkreuzes, EhrenbĂźrger 1993
⢠Artur Uhl (1914â1998), Fabrikant, Altstadtrat, EhrenbĂźrger 1994
⢠Alfred Vonarb, Bßrgermeister i. R., Ehrenbßrger 2006
Literatur
⢠Paul Theodor Streicher: Herzog Bernhard. Schauspiel in drei Akten. Karl Maier fĂźr die Stadtgemeinde Breisach. Breisach 1930. Ăber die Eroberung der Reichsfestung Breisach durch das Heer des Bernhard von Sachsen-Weimar 1638.
⢠Ernst-Volker Bärthel: Der Stadtwald Breisach. 700 Jahre Waldgeschichte in der Aue des Oberrheins. Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Baden-Wßrttemberg, Band 18. Landesforstverwaltung Baden-Wßrttemberg & Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Wßrttemberg, Stuttgart und Freiburg im Breisgau 1965.
⢠Hans David Blum: Juden in Breisach. Von den Anfängen bis zur SchoĂĄh. 12.â19. Jahrhundert (= Juden in Breisach; Band 1). Hartung-Gorre-Verlag, Konstanz 1998, ISBN 3-89649-362-0.
⢠Wendelin Duda: Die Sagen der Stadt Breisach mit Stadtgeschichte â 19 Sagen. Freiburger Echo Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-86028-207-7
⢠Emile Erckmann, Alexandre Chatrian: Romanze aus Breisach. Ăbertragen von Anton Lang, Illustrationen von Heidelore Goldammer. Breisach 2005.
⢠Uwe Fahrer: Ein Rundgang durch das alte Breisach. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 1999.
⢠Uwe Fahrer: GĂźndlingen â Bilder erzählen Geschichten. Geiger, Horb am Neckar 2004.
⢠Uwe Fahrer: Justitia in Breisach. Streiflichter aus neun Jahrhunderten. Breisach 2004.
⢠Uwe Fahrer u. a.: Das Breisacher Mßnster. Schnell + Steiner Verlag, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1649-3.
⢠Franz Karl Grieshaber: Der Hoch-Altar im Mßnster zu Breisach. Ein Beitrag zur Geschichte deutscher Kunst. Birks, Rastatt 1833 (Digitalisat).
⢠GĂźnther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein (3 Bände). Breisach 1969â1985 (umfassende Stadtgeschichte).
⢠Elisabeth Kallfass: Breisach Judengasse â Ein Lesebuch. Breisach 1993.
⢠Gebhard Klein: Breisach. Inbegriff der Kriegsleiden. Breisach 1980.
⢠Gebhard Klein: Aus Breisachs Vergangenheit und Gegenwart. Geschichten, Sagen und Erzählungen. Breisach 2002.
⢠Horst Matt: Oberrimsingen und Grezhausen im Wandel der Zeit. Geiger, Horb am Neckar 1997.
⢠Hermann Metz: 850 Jahre (Breisach-)Hochstetten. Breisach 1989.
⢠Werner Nickolai u. a.: Das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in der Zeit von 1933 bis 1940 in Breisach (= Juden in Breisach; Band 2). Hartung-Gorre, Konstanz 2006, ISBN 3-86628-050-5.
⢠Eugen Reinhard, Heinz-K. Junk: Stadtmappe Breisach in: Deutscher Städteatlas, Band IV; 4. Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis â Serie C. Dortmund-Altenbeken 1989, ISBN 3-89115-034-2.
⢠Pantaleon Rosmann, Faustin Ens: Geschichte der Stadt Breisach. Friedrich Wagnerâsche Buchhandlung, Freiburg im Breisgau 1851 (Digitalisat).
⢠Josef Schmidlin: Breisacher Geschichte. 1936 (Reprint: Freiburger Echo Verlag, Freiburg 2004).
⢠Gabriele Weber-Jenisch: Museum fßr Stadtgeschichte Breisach am Rhein. Fßhrer durch die Dauerausstellung Breisach 1993.
⢠Thomas Zotz: Est in Alsaciae partibus castellum Brisicau. Breisach als Schauplatz der politischen Geschichte im 10. Jahrhundert. In: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins âSchau-ins-Landâ 111 (1992), S. 9â23 (Volltext).
Weblinks
Commons
: Breisach am Rhein
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Wikivoyage: Breisach am Rhein
â ReisefĂźhrer
Wikisource: Breisach
â Quellen und Volltexte
⢠Offizielle Webpräsenz der Stadt Breisach am Rhein
⢠Museum fßr Stadtgeschichte
⢠Historische Karten als Digitalisate 1 und 2
⢠Kurt Messmer: Breisach â Ein Brennpunkt europäischer Geschichte Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 28. November 2024
Anmerkungen
cite-note-10Anm. 1. â Savelli, der schon in der Schlacht bei Rheinfelden grobe Fehler begangen hatte, wurde abberufen und sollte sich fĂźr seinen Fehler in Wien vor einem Kriegsgericht verantworten. Dank seiner guten Beziehungen zum Papst kam es aber nicht zu einem Prozess.
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-bw-11. Statistisches Landesamt Baden-WĂźrttemberg â Tabellengruppe 12411: Fortschreibung des BevĂślkerungsstandes zum 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Hauptsatzung der Stadt Breisach am Rhein vom 20. November 2001, zuletzt geändert am 23. Februar 2021.
cite-note-33. â Das Land Baden-WĂźrttemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg, Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 71â76.
cite-note-44. â Albrecht Greule: Keltische Ortsnamen in Baden-WĂźrttemberg, in: Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau, Stuttgart 2005, S. 82; Pierre-Yves Lambert: La langue gauloise, ĂŠditions errance, Arles cedex 1994. Nach Albert Dauzat, Charles Rostaing, in Dictionnaire ĂŠtymologique des noms de lieux en France (Larousse 1968) und François de Beaurepaire in Les noms des communes et anciennes paroisses de l'Eure (Picard 1981) haben Brizay (Indre-et-Loire, Brisiacum 1050); BrĂŠzay und BrĂŠzĂŠ denselben Ursprung.
cite-note-55. â Ralf-Dahrendorf-Preis fĂźr Marcus Zagermann. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
cite-note-66. â Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 308â319, Volltext in der Google-Buchsuche; siehe auch 975 in der Google-Buchsuche
cite-note-77. â GĂźnther Seith: Die rechtsrheinischen Gebiete des Bistums Basel. In: Zeitschrift Das Markgräflerland, Heft 2/1951, S. 59, Schopfheim.
cite-note-88. â Joseph Bader: AuszĂźge aus amtlichen Berichten von 1638, in: Zeitschrift fĂźr die Geschichte des Oberrheins 12, 481, 1861.
cite-note-99. â Peter Brugger: Durch die halbgeĂśffnete TĂźr ins Elsass
cite-note-1110. â Christian Pantle: Der DreiĂigjährige Krieg. Als Deutschland in Flammen stand. Propyläen Ullstein Buchverlage, Berlin 2017, ISBN 978-3-549-07443-5, S. 230â233.
cite-note-1211. â Regesten zahlreicher Quellen aus vielen verschiedenen Archiven Ăźber die Belagerung und Eroberung der Festung Breisach in: Eberhard Fritz: Der DreiĂigjährige Krieg in SĂźdwestdeutschland. Quellen aus Oberschwaben, dem westlichen Allgäu, der Bodenseeregion mit dem Hegau, den fĂźrstenbergischen Herrschaften und dem Herzogtum WĂźrttemberg, 1635-1638.[Cardamina-Verlag] Koblenz 2024. ISBN 978-3-86424-655-5.
cite-note-1312. â August Huber: Basels Anteil an den Breisacher Unruhen in den Jahren 1652â1654. Basler Zeitschrift fĂźr Geschichte und Altertumskunde, abgerufen am 26. Mai 2020.
cite-note-1413. â Ernst Anrich: Richelieu und das ElsaĂ. In: Das ElsaĂ, Des Reiches Tor und Schild. J. Engelhorns Nachf. Adolf Spemann, Stuttgart 1940.
cite-note-1514. â Wolfgang Michael: Die verlorene Inschrift vom Rheintor zu Breisach, Allemannia 24, 249, 1908.
cite-note-1615. â Amand Iber: Die Feste Breisach in der neueren Kriegsgeschichte am Oberrhein. Zeitschrift des Freiburger Geschichtsvereins 47, 1, 1936.
cite-note-1716. â Ausstellung zur Stadtgeschichte Breisachs, Museum fĂźr Stadtgeschichte im Rheintor 2008.
cite-note-1817. â Daniel Schneider: Umkirch und der Breisgau im Ersten Weltkrieg. Erfahrungen und Alltag zwischen Monarchie und Demokratie, Freiburg im Breisgau/Berlin/Wien 2022, S. 32â49, 82â104.
cite-note-1918. â Gedenkstätten fĂźr die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 27f.
cite-note-2019. â Breisach (Baden-WĂźrttemberg). In: JĂźdische Gemeinden. Abgerufen am 11. Februar 2025.
cite-note-2120. â Volker Kempf: EinfĂźhrung, in: ders., Rudolf Stettin (Hrsg.): Die Europäische Union. Perspektiven mit Zukunft? Bad Schussenried 2012, ISBN 978-3-87336-419-6, S. 11â14.
cite-note-2221. â Zusatzbezeichnungen fĂźr 14 Städte und Gemeinden. In: baden-wuerttemberg.de. 8. September 2023, abgerufen am 24. September 2024.
cite-note-2322. â Kein AKW in Breisach Mitwelt Stiftung Oberrhein
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cite-note-2524. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂźr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂźsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 508 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-2625. â Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis fĂźr die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und SchlĂźsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 509 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-2726. â Ein Leben fĂźr Breisach und die Region. (Memento vom 4. Dezember 2017 im Internet Archive) In: âBreisach Aktuellâ, 14. Juni 2017.
cite-note-2827. â Jugendherberge Breisach
cite-note-2928. â Tullaturm Breisach auf alemannische-seiten.de
cite-note-3029. â Wo selbst die Kaiser staunten in der Badischen Zeitung vom 16. September 2008, abgerufen am 26. Juli 2015
cite-note-3130. â Schautafel am Eingang der Kapelle.
cite-note-3231. â Infotafel am Gebäude
cite-note-3332. â Hans-Otto MĂźhleisen: Breisach, Evang. Martin-Bucer-Kirche, in: Hans-Otto MĂźhleisen (Hrsg.), Kunst am Kaiserstuhl. Kunstverlag Josef Fink, o. J. ISBN 978-3-89870-284-3
cite-note-3433. â Gerold Zink: Der Umbau der Innenstadt hat begonnen. Badische Zeitung, 18. Oktober 2017, abgerufen am 13. Juli 2021.
cite-note-3534. â Breisach, Marktplatz/ RheinstraĂe - faktorgruen. Abgerufen am 13. Juli 2021.
cite-note-3635. â Das RadNETZ Baden-WĂźrttemberg auf www.radroutenplaner-bw.de
cite-note-3736. â Eurovelo 15 Basel bis Karlsruhe auf de.eurovelo.com
cite-note-3837. â D-Netz auf dem Radroutenplaner Deutschland
cite-note-3938. â Dokumentation des BĂźrgerWorkshops in Breisach am 12. Dezember 2015 in der Hugo-HĂśfler-Realschule, Breisach. Abgerufen im 1. Januar 1
cite-note-4039. â Trois questions Ă Thierry Sautivet Vice-prĂŠsident chargĂŠ du Tourisme Ă la communautĂŠ de communes du Pays Rhin Brisach. Abgerufen im 1. Januar 1 (franzĂśsisch).
cite-note-4140. â www.agfk-bw.de
cite-note-4241. â Badische Zeitung vom 4. August 2003. rimsingen.de, abgerufen am 3. November 2018.
cite-note-4342. â Badische Seiten: Alter Friedhof Breisach, Zugriff am 22. April 2010.